Ziereisen

Das badische Weingut Ziereisen liegt in der Gemeinde Efringen-Kirchen im südlichen Markgräflerland. Es wird von Hanspeter Ziereisen, einem gelernten Tischler, geführt und steht für ausdrucksstarke, authentische Weine. Alle ein Spiegel von Herzblut und Handwerkskunst. In den 90er-Jahren seine Liebe und Leidenschaft zum Wein entdeckt, erweitert der Schreiner den Obst- und Gemüsehof seiner Eltern und widmet sich dem An- und Ausbau seiner Reben. Mit einen halben Hektar Rebfläche heißt es 1991 „Start frei“. Es entsteht das Weingut Ziereisen. An seiner Seite: seine Edeltraud. Gefolgt von ihren Kindern Ida und Johann.

Auf inzwischen 21 Hektar sind die Hügel und Berge in der Einzellage Ölberg mit den Rotweinsorten Blauer Spätburgunder, Syrah und Regent, sowie mit den Weißweinsorten Gutedel, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay und Gewürztraminer bestockt. Die meisten Rebstöcke sind über 30 Jahre alt, viele davon wesentlich älter.

Ziereisens Qualitätskriterien im Weinberg zwischen Freiburg und Basel: aufwändige Laub- und Stockarbeiten, strenge Ertragsreduzierung, sowie eine scharfe Selektion der Trauben als Voraussetzungen für gesundes und hochwertiges Lesegut. Biodynamie ist für den Badener Ehrensache, Kupfer ist für ihn im Betrieb ein Fremdwort. Ebenso das Zertifizieren. Er spielt in seinem Weinkeller lieber, wie er unumwunden gesteht, gerne mit den Maischestandzeiten als mit Schwermetallen. Das gilt für alle im großen Team. Und wenn die Weinkontrolle der Meinung ist, seine Weine wären nicht sortentypisch? Das kümmert ihn nicht. Deshalb vermarktet er sie gleich alle als „Badischen Landwein“.

2019 verleihen die Macher des „Gault & Millau“ den Ziereisens ihren Stempel „Weltklasse“. In dieser Kategorie finden sich insgesamt 20 Winzer aus deutschen Landen. Für seinen Gutedel erhält er 100 Punkte. Erstmals in der Geschichte des Weinführers. Dem Autodidakten und echten Original wird eine unfassbare Genialität nachgesagt. Gern wird er auch als „Glücksfall für die deutsche Wein-Szene“ bezeichnet. Gepaart mit unbändiger Lust am Genuss erschafft er wahre charakterstarke Meisterwerke. Dank seiner Hingabe und seinem Streben nach Qualität und Eigenständigkeit.

Die Weine des Familienguts werden nach alten Gewannnamen wie zum Beispiel Steingrüble, Tschuppen, Schulen und Rhini ausgebaut und vermarktet. Alle werden spontan ohne Einsatz von Reinzuchthefen vergoren. Die Rotweine reifen in Holzfässern aus heimischer Eiche oder bis zu zwei Jahre in Barrique und werden ohne Filtration abgefüllt. Die Moste für die Weißweine werden nur durch Absetzen geklärt. Je nach Weintyp folgt ein langes Hefelager. Die Spitzenweine aus Grauburgunder und Weißburgunder von alten Reben sowie Chardonnay werden nach knapp zweijährigem Fasslager ohne Filtration abgefüllt. Die besten Weine eines Jahres bekommen noch den Zusatz „Jaspis“, dies bedeutet „Bester eines Jahrgangs“. Es werden auch edelsüße Weine und flaschenvergorene Sekte produziert.

Ziereisen gehört in Fachkreisen bei den deutschen Weinmachern zur absoluten Weinelite. Auch dank seiner Philosophie: „Zeit und Handwerk sind die beiden Begriffe, die unsere Arbeit prägen – und die wichtigsten Faktoren für die Qualität unserer Weine.“ Weiter ist auf der Homepage des Guts zu lesen: „Um Weine entstehen zu lassen, wie sie uns vorschweben – wiedererkennbar, charaktervoll, markant, dabei aber trotzdem mit viel Trinkvergnügen ausgestattet -, braucht es keine Orgien bei der Kellerarbeit, sondern vor allem viel Gespür, Erfahrung und (Hand-)Arbeit im Umgang mit den Reben. Im Weinberg arbeiten wir naturnah und nachhaltig. Um die Individualität unserer Weine zu unterstützen, vergären wir sie ausnahmslos spontan, verzichten auf kellertechnische Eingriffe, lassen ihnen die Reifezeit, die sie brauchen, und füllen den überwiegenden Teil ohne Filtration ab.“ Für ihn steht die Binsenweisheit „Qualität entsteht im Weinberg“ zu 100 Prozent fest. Plus viel, viel Zeit und Feingefühl.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro „Die Anti-Fehlerteufel“ – Autor: Werner Herkert