Wolf

Weingut Wolf
Weingut Wolf
Weingut Wolf

Wenn Klaus und Mathias Wolf in ihren Weinbergen unterwegs sind, öffnet sich Richtung Westen die Weite der Rheinebene. Im Osten steigt der Pfälzer Wald in die Höhe, um nicht allzu weit entfernt im Elsass als die Vogesen sich weiter den Weg zu bahnen. Am liebsten genießen sie aber das mediterrane, südpfälzische Klima in und um Birkweiler. Vater und Sohn schätzen beides: Klima und Weindorf. Für sie die ideale Kombination. Auch dank des vielschichtigen, kalkhaltigen Bodens, vermischt mit Lehm, Buntsandstein oder Mergel, ein Sedimentgestein, Schiefer. Und dem Rotliegend, eine Bodenformation, die genau genommen nach einem geologischen Zeitalter benannt ist.

Die Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße mit seinen Fachwerkhäusern ist ein Ort zum träumen. Romantisch. Ganz besonders während der Mandel- und Kastanienbaumblüte. Und das Dorf ist bald so alt, wie die Zahl seiner Bewohner*innen laut Statistik. Gezählt werden aktuell 730. So alt ist der Weingut Wolf nicht. Dennoch hat es Tradition. Es wird im Zusammenhang mit den Anbau von Wein nämlich 1620 urkundlich aufgeführt. Sein Besitzer damals: Hans Wolf.

2011 ist für die heutigen, hungrigen Weinwölfe eine markante Jahreszahl. Warum? Weil seither Sohn Mathias – viele nennen ihn Mathis –, seine Innovationen, sein ganzes Können und Wissen im heimischen Weinkeller in Fässer und Flaschen abfüllt. Sein kreativer, schöpferischer Arbeitsstil: ein perfekter Mix aus Tradition und Moderne. Das Ergebnis: Weine mit Charakter und unverwechselbarer Kellermeisterhandschrift. Ein echtes Plus für den Jungwinzer außerhalb der Kellermauern: Vater Klaus ist und bleibt weiterhin „der Herr der Weinberge“. Der Lagen „Keschdebusch (auf Deutsch Kastanienbusch)“, „Mandel-“ und „Rosenberg“. Und er ist der ruhende Pol im Familiengetriebe. Sein Frau Gisela, die gute, mütterliche Seele, kümmert sich um vieles, was abseits der Rebstöcke wichtig ist.

Riesling, Grauer und Weißer Burgunder, Chardonnay, Gewürztraminer, Scheurebe, Auxerrois und seit kurzem auch ein gelber Muskateller – rund 70 Prozent der Parzellen gehören den Weißweinen auf einer Gesamtfläche von 18 Hektar. Neben Riesling und Weißer Burgunder steht auch Spätburgunder in der Toplage „Kastanienbusch“. Die daraus gekelterten Weine sind das Spitzensegment des Weinguts und werden als Große Lage angeboten.

2020 dann ein weiterer Meilenstein in der jüngeren Wolfschen Familiengutsgeschichte. Der mehrfache Ritterschlag „Aufsteiger des Jahres“. Unter anderem durch die Kritiker und Macher der Weinführer „Eichelmann“ und „Gault&Millau“. Und seitens dem „Feinschmecker“ und „Vinum“ eine Empfehlung. Ohne ein gewisses Maß an Eigenlob möchten wir an der Stelle erwähnen: Wir von „Deutsche Weine“ sehen die Wolfs schon seit 2016 als Aufsteiger in der Weinszene und weit, weit mehr als das. Sie gehören zu den Durchstartern und Sternen am deutschen Winzerhimmel. Jedoch sind sie für viele Weintrinker*innen noch immer ein Geheimtipp. Das möchten wir gern ändern. Zudem freuen wir uns, über die Jahre mehr und mehr über das ungewöhnliche, interessante, herzliche Pfälzer Familiengespann zu berichten. Es wird uns ein großes Vergnügen sein, den weiteren steilen Weg von Mathias & Co. zu begleiten und hier an dieser Stelle allen Neugierigen zu erzählen.

Unsere besondere Empfehlung: Kastanienbusch Weißer Burgunder trocken. Der „Kastanienbusch“ zählt heute zu den erlesensten Weinberglagen in ganz Deutschland. Renommierte Winzer ernten aus diesem Weinberg weltberühmte Spitzenprodukte. Matthias rückt in großen Schritten auf – außer beim Preis.

Das Weingut ist Mitglied im „Forum Pfalz“ und im Kreis „Die junge Südpfalz“.

2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro „Die Anti-Fehlerteufel“ – Autor: Werner Herkert