Von Oetinger

Weingut Von Oetinger

Er sieht sich als „Pionier neuer Ideen“ und zugleich als Teil der Weinbaugeschichte im Rheingau: Achim von Oetinger. Er ist ein echter „Typ“, manche sagen auch ein Phänomen, der Kellermeister und Winzer. Seit 2008 steht für ihn „Qualität, ohne wenn und aber“ im Zentrum seines Denkens und Handelns. Für ihn heißt das damals: Neustart. Komplett. Ohne Angst, ohne Scheu. Dafür mit seiner unbändigen Leidenschaft und Freude am Neuen. Seine Suche nach „immer mehr Qualität im Wein“ nimmt Fahrt auf. Von Oetinger interpretiert die Begriffe „Heimat, Geschichte, Tradition“ neu. In Eltville-Erbach, mit seinen fünf Teilen der größten Stadt im Rheingau, gewagt, riskant, doch letztendlich gelungen. Gemeistert.

Er wird zum „Winzer des Jahres 2021“ im „Vinum“ und als „Innovativster Weinmacher 2020“ von James Suckling und Stuart Pigott gekürt. Vier Trauben verleihen ihm die Kritiker*innen des „Gault&Millau“-Weinführers als „Aufsteiger“. Seine Weine gehören zur „Deutschen Spitze“.

Zur Gutsgeschichte: Der Gutsausschank und das Weingut von Detlev Ritter und Edler von Oetinger „Zum jungen Oetinger“ in der Gemeinde Erbach lockt die Menschen im Rheingau an. Die Weinbautradition der Familie von Oetinger reicht bis ins Jahr 1828 zurück. Doch 1966 legt Robert von Oetinger den Grundstein für den heutigen Betrieb.

Sohn Achim steht dem Familiengut nun in der dritten Generation vor. Seit 2005. Sein Reich der edlen Reben: zwölf Hektar. Meist Riesling auf Lössboden. Rund 90 Prozent der Reben. Die Einzellagen um Erbach und Kiedrich: „Hohenrain“, „Marcobrunn“, „Michelmark“, „Siegelsberg“, „Steinmorgen“ und „Sandgrub“. Hier wachsen und gedeihen auch Spät-, Weiß- und Grauburgunder. Ihr Credo ist so schlicht und wahr wie auch einleuchtend: „Riesling braucht Zeit. Großer Riesling braucht viel Zeit.“ Schon ihre wie unsere ehrwürdigen Großeltern wussten: „Gut Ding will Weile haben.“ Oder wie Achim sagt und weiß: „Ein großer Wein wird nicht gemacht, ein großer Wein wächst im Weinberg. … Das Arbeiten im Keller ist dagegen ‘kontrolliertes Nichtstun’. Aber das ständig.“ Er kann, wie er beteuert, stundenlang sitzen, warten und nachdenken, während die Weine in der Zeit das werden, was er sich vorstellt. 

Qualität bedeutet für die Von Oetingers, für die „jungen, wilden Winzer“, konsequent umweltschonender Weinan- und -ausbau mit Begrünen sowie Naturdünger. Gezielter Rebschnitt, Ertragsreduktion, Entblättern der Rebstöcke und ausschließlich selektive Handlese. Durch gezügelte, kühle Gärung in temperaturgesteuerten Stahltanks entstehen Weißweine mit ausgeprägten Fruchtaromen. Und Premiumweine aus den VDP-klassifizierten Lagen. In witterungsmäßig geeigneten Jahren werden zudem Trockenbeerenauslesen und Eisweine gekeltert. Jährlich werden rund 50.000 Flaschen Wein erzeugt. Auch flaschenvergorene Sekte, Weinbrände und Essige.

Unsere Empfehlung: Müller-Thurgau hat, ähnlich wie der Dornfelder, per se nicht den besten Ruf. Aber natürlich gibt es alles auch „in gut“. Den mehrfach zum besten Müller-Thurgau der Republik gekrönten JOTT sollte man unbedingt probiert haben.

Das Weingut ist Mitglied des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter).

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert