Stern

Weingut Stern
Weingut Stern

Hochstadt liegt im Landkreis Südliche Weinstraße. In der pfälzischen Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich. In der Rheinebene in zirka 135 Meter Höhe. Ideal für den perfekten An- und Ausbau der Reben für das Weingut und die Brennerei Stern. Seit 1952. Damals macht sich der Küfermeister Josef Stern daran – andernorts wegen diesem Handwerker auch Böttcher oder Büttner genannt –, seinen ersten gekauften Weinberg vor den Toren von Hochstadt zu beackern. Acht Jahre später: Der erste eigene Schnaps wird gebrannt. 1960.

20 Jahre danach: Wolfgang Stern, sein Sohn, ausgebildeter Winzer- und Kellermeister, übernimmt den Betrieb. Es folgt die erste Weinsaison, in der die Erträge in Flaschen abgefüllt werden. Schritt für Schritt geht er dem großen Erfolg entgegen. Für ihn zählen, wie für seinen strebsamen Vater, Tradition und Leidenschaft.

2003: Gemeinsam mit Sohn Dominic, Techniker für Weinbau und Önologie, führt Vater Wolfgang fortan das Familiengut mit seinen 8,5 Hektar Rebfläche. Dominic bringt seine in Südafrika, Österreich und der Südpfalz gesammelten Erfahrungen mit ein. Sein durchschlagendes Motto: „Weniger ist oftmals mehr!“ Ausdünnen. Anders, noch treffender formuliert: „Rückschnitt ist kein Rückschritt.“ Neben dem Qualitätsausbau liegt dem Gespann der umweltschonende Weinbau sehr am Herzen. „Konsequent naturnah“ heißt für das Duo zum Beispiel auf Stickstoffdünger verzichten, mit Leguminosen und Tiefwurzlern begrünen. Ein wahres Himmelreich für Bienen in den Weinbergen schaffen. Und final: Umweltfreundlich Schädlinge durch Pheromone, also Sexuallockstoffe, bekämpfen. Belohnt werden sie dafür zum Beispiel durch die aktuelle „Gault&Millau“-Empfehlung und von „Vinum“. Auch über das Lob seitens „Eichelmann“ freuen sich die Pfälzer Weinmacher.

Kalkhaltiger, sandiger Lösslehm ist der optimale Nährboden für Grau-, Weiß-, Spätburgunder und Riesling. Wie für Chardonnay, Sauvignon Blanc, und St. Laurent. Die Sterns entscheiden sich zudem für das Kultivieren der Sorten Dornfelder, Blauer Portugieser, Gewürztraminer, Merlot, Cabernet Sauvignon und Silvaner in ihren Weinbergen. Bei den Reben schwören die zwei Weinprofis auf das Reduzieren der Trauben, im Keller auf das schonende Verarbeiten dieser, des Mosts und der Weine dank dem Vereinen von Technik und Tradition. „Durch eine gezügelte Gärung unserer Moste, teilweise spontan, kann sich das sortenspezifische, typischen Aroma entwickeln“, wissen sie.

Ihre jahrgangsbesten Rieslinge sowie Weißburgunder werden mit Naturhefen vergoren, in großen Holzfässern und in Barriques ausgebaut. Nach traditioneller Maischegärung reifen alle Rotweine in großen Eichenholzfässern auf dem Gut Stern. Die Rotweinmaische wird täglich „gemischt“. Das bedeutet, dass der Tresterhut durch mehrmaliges Stoßen nach unten verlagert wird, so können sich ganz langsam die nötigen Farbstoffe und Tannine aus der Beerenhaut in den Jungwein lösen. Die hochwertigsten bis zu 18 Monate in neuen 225-Liter-Barrique-Fässern.

Es werden bei den Sterns auch weiterhin flaschenvergorene Sekte, Edelbrände (Obst, Hefe, Trester) und Liköre produziert.

Inzwischen bewirtschaften sie rund zehn Hektar. Darunter die Mittelhaardter-Lagen „Forster Ungeheuer“, „Ruppertsberger Reiterpfad“ und „Deidesheimer Kieselberg.“

Das Weingut ist Mitglied im „Barrique Forum Pfalz“ und beteiligt an „PinoTimes“ – hier, bei diesem Projekt, haben sich die Cousins Dominic Stern und Philip Kiefer ganz dem Thema „Burgunder“ verschrieben und ergründen diesen bis in seine letzte Tiefe.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert