Simone Adams

AdamsWein

Wer gerne vorzügliche weiße Burgunder-Weine genießt, Weiß-, Grauburgunder und Chardonnay, kommt an Simone Adams und ihrem Gut in Ingelheim am Rhein nicht vorbei. Sie hat ein Herz und zudem ein Händchen für diese drei Rebsorten und ihre rheinhessischen Trauben in den Flaschen. Doch sie verfolgt gemeinsam mit einigen Mitstreiter*innen auch das beherzte Streben, „ihr Ingelheim“ in naher Zukunft wieder als „die Rotwein-Insel“ zu etablieren. Denn ihr Herz schlägt für Ingelheim am Rhein. Ein spannender Spagat. Für sie ist und bleibt der Spätburgunder mit seinen dunkel- und violettblauen Beeren die Königsklasse. Sie schätzt außerdem den Frühburgunder und St. Laurent.

2018 wird die Winzerin, die mit ihren Burgunder-Tropfen schon damals glänzt, als „die Neuentdeckung des Jahres“ gefeiert. Von wem? Den „Gault&Millau“-Kritiker*innen. Gelobt werden ihr „scharfer Geist“, ihre „glasklaren Visionen“ und ihr „großes Feingefühl“. Und selbst die Frankfurter „Bild“-Redakteur*innen jubeln die Rheinhessin als „Das Burgunder-Wunder von Ingelheim“ durchs Blatt und Internet.

Nach dem Tod ihres Vaters, 2010, übernimmt die inzwischen zweifache Mutter das Familiengut mit seinen zehn Hektar Reben. Gegründet 1832. Sie weiß sehr bald, wohin sie will. Beerdigt ihren Wunsch, als Forscherin Karriere zu machen und stellt den Betrieb neu auf. Sie möchte jetzt Weine machen, die ihr zusagen, ihr gefallen. Die sie selbst gern trinken möchte. Sie trifft mit ihnen den eigenen und mehr und mehr den Geschmack vieler Weinliebhaber*innen. „Jeder Jahrgang“, weiß sie, „ist eine Lebensschule.“ 

Simone ist ein echtes Kaliber. Und genau so nennt die Mutter, Gutsbesitzerin und Winzerin auch ihre Weine: Kaliber. Alle nummeriert. Zirka 45.000 Flaschen produziert sie. Der Ertrag pro Hektar mit seinem roten Kalkverwitterungsgestein und Tonmergel liegt bei 45 Hektoliter. „Ingelheimer Sonnenhang“ und „Ingelheimer Schlossberg“ heißen ihre besten Lagen. Was strebt die Weinmacherin an: „Als Winzerin will ich Volltreffer erzielen.“ Für die leidenschaftliche Jägerin bedeutet all das Weine mit Eleganz und Finesse zu schaffen. Pure Weine. „Ich möchte den Esprit des Ingelheimer Terroirs so authentisch wie möglich auf meine Weine übertragen“, ihr Streben. Beim Verschmelzen ihrer Weißweinlieblinge, zum Beispiel, verlässt sie sich auf ihre Intuition.

Das kleinste Detail ist ihr bei ihrer Arbeit und Kunst wichtig. Um genau zu sein ausgereifte Traubenkerne, beispielsweise. Beim Spätburgunder, ihrem Kaliber 36, der Mischung aus Sanftmut und Feuer, ganz wichtig. Denn nur sie liefern über die Maische feinstes Tannin. Gerbsäure, pflanzliche Gerbstoffe. Die Gutsbesitzerin steht auf Experimente. Sie will neues schaffen: „Jeder Wein ist am Anfang nur eine Idee. Meine Weine entstehen in einer schöpferischen Auseinandersetzung mit der Natur.“ Was gut für ihre Reben ist, weiß sie, ist auch gut für ihre Weine. Auch darum stellt die promovierte Önologin seit 2020 den Betrieb auf Biodynamie umg.

Und für sie gilt: „Sorry, no oak.“ Übersetzt: „Verzeihung, keine Eiche.“ Was nicht bedeutet, dass Ihre Weine nicht auch in solchen Fässern ausgebaut werden. Deren Einsatz ist jedoch äußerst Minimalistisch. Sie vergärt lieber Rappen und Rebholz, um die Feinheit besonders wertvoller Rotweine aus eigener Kraft positiv zu unterstützen. Sie ist sich sicher: „Das ist das Beste was Rotwein passieren kann.“ Ihr Ziel beim Winzern ist schnell auf den Punkt gebracht: authentisch und hochklassig.

Hier ein relativ aktueller Lohn, einer von vielen, seitens der „Falstaff“-Macher*innen 2020: Der Gewinn der „Rosé Trophy“ mit ihrem Spätburgunder Rosé, Kaliber 11. Glückwunsch – und nicht nur dafür unsererseits, sondern für Kaliber 9 bis Nummer 48.

Unsere besondere Empfehlung: Der Grauburgunder Kaliber 19 begeistert uns immer wieder mit seiner Färbung, den feinen Gerbstoffen und seiner zupackenden Säure.

Das letzte Wort gehört Simone „Kaliber“ Adams: „Ich trinke mit den Augen. Die Farbe ist das Herz des Weins. Der Rest ist dynamisch, durchtrainiert, schlank, rasant.“

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert