Rudolf Fürst

Bei dem wohlklingenden Namen „Fürst“, wer diesen trägt, sind Tradition und Qualität regelrecht Ehrensache und Verpflichtung zugleich. Auf dem Weingut Rudolf Fürst in Bürgstadt am Main ist nicht nur deshalb eine hohe Qualität das oberste Gebot. Seit 1638 ist die Familie im Fränkischen als Weinproduzent urkundlich erwähnt. Doch das stetige Weiterentwickeln gehört für die jüngsten Generationen ebenso dazu. Ende der 70er-Jahre entschließen sich Paul und Monika Fürst zum Beispiel für neue Gutsgebäude in den Weinbergen des Centgrafenbergs. Von dieser Neuerung profitieren nicht nur das Paar, sondern auch ihr Sohn Sebastian. Seit 2018 führen er und seine Frau Isabell das Weingut Fürst im Frankenland, zwischen Spessart und Odenwald. So treffen letztlich erneut Jahrhunderte an Tradition auf erfrischende Innovation und Moderne.

21 Hektar beträgt die Fürstliche Rebfläche heute, dank welcher zirka 120.000 Flaschen Wein pro Saison abgefüllt werden. Ihre besten Lagen: „Centgrafenberg”, „Hundsrück”, „Volkacher Karthäuser”, „Bischofsberg” und „Klingenberger Schlossberg”. Ihr Boden: Muschelkalk und roter Sandstein mit, Lehm- und Tonauflagen, aber auch eisenhaltiges Verwitterungsgestein. Mit 48 Hektoliter je Hektar wird der Durchschnittsertrag des Guts angegeben.

Der rote Sandstein- und der Verwitterungsboden im milden Mainviereck inmitten des Bürgstadter Bergs lassen besonders Spätburgunder und Riesling gedeihen. Wobei aktuell rund 60 Prozent der Fläche Spät- und Frühburgunder-Reben gehören. Zehn Prozent entfallen auf Weißburgunder und 15 Prozent auf den Riesling. Eben soviel auf Silvaner und Chardonnay, zusammen. Der Mix aus jungen und alten Parzellen trägt immer wieder Früchte erster Güte – fruchtige, würzige, harmonische, markante rote und weiße Beeren.

Das Markenzeichen des Weinguts Rudolf Fürst: Seine besonders eleganten und seidigen Spätburgunder, die in kleinen Holzfässern gelagert und ausgebaut werden. Großes Augenmerk gilt außerdem der Pflege der Rebflächen. Die Weinberge unterliegen einem fast pedantischen Ausdünnen, einer sehr sorgfältigen Laubpflege sowie der größtmöglichen selektiven Lese der erntereifen Trauben.

Paul Fürst gehört zu den Pionieren des Barriqueausbaus in Deutschland. Seit knapp 30 Jahren gilt sein Betrieb als einer der führenden Erzeuger von Spätburgundern sowie im Barrique ausgebauter Weißweine. Auch Eisweine werden, wenn es die Witterung im Winter zulässt, gern gekeltert. Flaschenvergorene Sekte und Obstbrände runden das erlesene Angebot ab.

2018 wird Sohn Sebastian im Magazin „falstaff” zum „Deutschen Winzer des Jahres“ ausgezeichnet. Zwei Jahre danach erfährt sein Vater Paul die Würdigung seines Lebenswerks. Mit Auszeichnungen und Preisen können die Winzer ihren Weinkeller mehr als schmücken. Ihr Ziel sind jedoch Gegenwart und Zukunft. Sie wollen weiter nationalen und internationalen Ansprüchen genügen und mehr als das. Weinkenner und Weingenießer aller Geschlechter mit ihren Kollektionen zu begeistern und zu verwöhnen. Das zählt für sie. Dass sie „ganz nebenbei“ zu den echten Größen und Legenden im Weingeschäft gehören, ist ihnen nicht unangenehm. Was jedoch zu Bestleistungen auch verpflichtet.

Das Weingut ist Mitglied im VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) und eins der fünf fränkischen TRIAS-Weingüter.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert