Rings

Andreas und Steffen Rings sind Brüder. Und sie sind Brüder im Geist. Im Geist des Weins. Seit 2008 tragen sie für den elterlichen Betrieb die Verantwortung. Und damit für den Ausbau ihrer verlockend trockenen Weiß- und Rotweine. Ihr in renommierten Weinbaugebieten alles andere als alltägliches Credo lautet kurz und knapp: „Evolution statt Tradition“. Ihre Grundlage dafür sind beste Einzellagen um ihre pfälzische Heimat Freinsheim sowie Kallstadt, Ungestein und dem Berntal. Und wohlklingende Namen wie „Freinsheimer Schwarzes Kreuz“, „Kallstadter Steinacker“, „Kallstadter Saumagen“ oder „Ungsteiner Weilberg“. Ihre kostbaren Böden durchzogen von Kies, Kalkstein und Lösslehm.

Die Mittelhaardt und den Pfälzer Wald vor den Haus- und Kellerhaustüren fängt auf zehn Hektar für den Familienbetrieb alles an. Es dauert nicht lange und die Rebfläche des Gutsgründers Friedrich Weinsheimer, 1960, ist nahezu verdoppelt. Die fünf Hektar Obstbäume für Tochter Traudel und ihren Mann Willi Rings, 1976, ihren „Gemischtbetrieb“, an der Stelle großzügig ausgeklammert. Die ersten Weine werden 1993 unter dem eigenen Etikett vermarktet. Dann der nahende Generationswechsel. 2001 keltert ihr Sohn Steffen seinen ersten Jahrgang. „Das Kreuz“, das erste der Rings kommt als 2004er in die Flaschen. „Das kleine Kreuz“ dann zwei Jahre danach.

Andi, wie er nicht nur auf dem Gut genannt wird, bringt sein Können ab 2007 mit ein. Er ist „der leidenschaftliche Tüftler“, der immer wieder den Qualitätsanspruch des Duos nach oben schraubt. Damals und heute. Brüderlich werden ein Jahr später Betrieb und vor allem die Verantwortung geteilt. Er ist „der Mann im Keller“, Steffen der in den Weinbergen. Zugleich rücken beim An- und Ausbau die Rieslinge in den brüderlichen Fokus – ihre Spontangärung. Neben dem Erweitern des Fasskellers wird die Rebfläche vergrößert. Es kommen die Parzellen namens „Saumagen“ und „Weilberg“ hinzu. In 2010 auch eine verwaiste und mit einer 25-prozentigen Steigung im Naturschutzgebiet Berntal. Acht Jahre später weihen die Zwei in Freinsheim auf dem Hügel „Schwarzes Kreuz“ ihr neues, hochmodernes Weingut samt hauseigener Solaranlage, natürlicher Luftbefeuchtung bis zum ebensolchen Kühlen des Gebäudes ein. 70 Prozent des Baus haben sie zwecks Lagern und Kühlen „im Boden versteckt“. Ökologie und Ökonomie, beides gehört für das Bruderpaar zusammen. Naturnah und umweltschonend. Weshalb sie auch das Regenwasser zum Bewässern über Zisternen nutzen. All ihre „Liebe geht durch den Saumagen“, so ihr Firmenslogan. Pfalztypisch.

Ein Zeitsprung in die Gegenwart: „Der Ringsche Hausberg“ ist noch nicht lange mit Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah neu bestockt. Allen ist klar, die Familie, die gute Mannschaft machen die Arbeit rund. Frauen wie ihre Anne, Eva, Lilli, Martine und Simone. Die Ur-Oma und die Mama der Rings nicht zu vergessen. Oder Männer wie Adolf, das Urgestein im Team, Adi, Felix, Florian und Niklas.

Auf dem Gut mit seinen rund 40 Hektar Rebflächen, darunter der „Reiterpfad Achtmorgen“ und der „Leistadter Kalkofen“, produzieren sie alle rund 160.000 Flaschen Wein pro Jahr. Der Durchschnittsertrag liegt bei 58 Hektoliter je Hektar. Zu ihren Qualitätskriterien im „Dreieck von Kalkstein, Quarzsand und Terra Rossa“, wie sie ihr Reich selbst nennen, gehören die strenge Ertragsreduzierung bereits am Rebstock, rigorose Traubenselektion bei der Ernte und späte Lese per Hand. Ihre Weine werden in den Linien Gutsweine, Ortsweine und Lagenweine vermarktet.

„Der Name Rings steht für handwerklich erzeugte Spitzenweine aus renommierten Lagen der Mittelhaardt. Die sehr naturgeprägt ihren und unseren Charakter zeigen“, meint Andi. Er schwört auf „trockene, spontan vergorene Weine mit Lagerpotenzial“, die in in seinen Augen „in ihrer Jugend auch Ecken und Kanten haben dürfen“.

Unsere besondere Empfehlung: Mit dem „Kreuz“ haben die Brüder ihre erste Duftmarke gesetzt. Eine Rotweincuvée im Bordeauxstil, die auf Anhieb die Fachwelt begeisterte. Wer etwas weniger ausgeben möchte, sollte unbedingt „Das kleine Kreuz“ probieren. Aus unserer Sicht einer der besten Weine dieser Art, in dieser Preisklasse, aus Deutschland.

Das Weingut ist Mitglied des VDP (Verband der Prädikatsweingüter) und beim „Barrique Forum Pfalz“.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert