Oliver Zeter

Weingut Oliver Zeter
Weingut Oliver Zeter
Weingut Oliver Zeter

Oliver Zeter treffen wir im Frühjahr 2009 zum ersten Mal. Damals noch aktiver Mitinhaber der von seinem Vater gegründeten Handelsagentur macht er seine ersten Gehversuche als Winzer. Gemeinsam mit einem Freund, auf und in dessen Weingut damals auch die Produktion der Weine erfolgt, legt er die ersten Kollektionen in kleinem Umfang auf. Eigene Weinberge hat Oliver noch nicht. Die Trauben stammen ausschließlich von Vertragswinzern, die den Anbau nach seinen klaren Vorgaben umsetzen. Der gelernte Winzer hegt jedoch schon immer den Wunsch, neben der Handelsagentur seine eigenen Weine an- und auszubauen. Dass daraus eine solche Erfolgsgeschichte wird, hat wahrscheinlich er selbst nicht einmal erwartet.

Angefangen hat alles mit seiner Leidenschaft für Weine aus Südafrika, wo er nach seiner Zeit in Deidesheim und Weinsberg auch einen Teil seiner Lehr- und Wanderjahre verbringt. 2009 sind neben einigen gut gelungenen Weinen, wie zum Beispiel sein kleines Weißwein-Cuvée namens „Ajo“, der „Sauvignon Blanc Fume“ und der „Viognier“ die Vorboten dessen, was da noch kommen solle. Bis hin zum 1922 aus dem aus Sandstein gebauten Weinkommissionärshaus und dem eineinhalbstöckigen Gewölbekeller als „Schaltzentrale“.

Die Handelsagentur im Rücken ist und bleibt für seine Entwicklung perfekt. Der Druck, auf Anhieb und vor allem um jeden Preis erfolgreich sein zu müssen, hält sich dank ihr in Grenzen. Dieser Umstand ist wohl genau der Akzent, der dem riesigen Erfolg, der sich sehr schnell einstellt, Vorschub leistet. Zu den Flächen der Vertragswinzer kommen die ersten eigenen Weinberge. Sehr sorgfältig nach den Bedürfnissen des Winzers und seines Plans vom Wein ausgesucht. Die An- und Ausbaumethoden stetig verfeinert und perfektioniert, können wir Jahr für Jahr die positive Entwicklung des Winzers mitverfolgen. Er und sein Bruder Christian, beide führen die Geschäfte, 20 Hektar.

Heute ist Oliver angekommen. Das Portfolio an Pfälzer Weinberglagen zieht sich von Kallstadt bis ganz in den Süden, nach Appenhofen, gezielt danach ausgesucht, welche Weine dort jeweils angebaut werden sollen. In Ungstein wachsen die prägnanten Rieslinge aus dem Weilberg und dem Nussriegel auf eisenoxydhaltigem Kalk, an bis zu 45 Jahre alten Rebstöcken. Der „Herzog in Neustadt-Haard“ ist eine exponierte Hanglage, die mit tiefen Kalksteinböden und viel Sonneneinstrahlung die perfekte Basis für den „Chenin Blanc“ bildet. Die Hambacher Weinberge präsentieren sich mit kargen Buntsandsteinböden, felsig, wild, trocken – das mag der „Viognier“. Spätburgunder stehen im Kaiserberg in Nussdorf auf dafür prädestinierten, von Kalk stark durchzogenen Böden, die den kleinbeerigen Trauben die Basis von großen Rotweinen bietet, wie wir sie auch an der Cote de Beaune finden. In Appenhofen findet sich „das Steingebiss“ mit seinen quarzhaltigen Tonböden der Grundstock für knackige, rassige und mineralische Sauvignon Blanc.

Gekrönt hat Oliver, der Winzer und Weinbautechniker, seine überragende Leistung mit einem eigenen Weingut, das er vor wenigen Jahren in Neustadt-Haardt erworben und aufwändig restauriert hat. Im Keller geht es naturnah zu. Wie bei allen Winzern, die den Anspruch haben, hochwertige Weine zu produzieren, erfolgt der Hauptteil der Weinbereitung im Weinberg. Im Keller passiert „nur“ noch das Nötigste. Dabei erspart er sich und uns allen angestaubte Dogmen. Neben den klassischen Ausbau im Stahltank und Holzfass kommen auch Terracota oder Beton und Granit zum Einsatz. Daraus entstehen Weine. die sehr lebendig sind und wahre Trinkfreude bereiten. In der Gutsweinlinie klar, knackig mit Profil. Die Lagenweine komplex, charaktervoll mit Eleganz und feiner Holzwürze. Die Roten frisch, eher schlank mit Finesse, niemals tanningeschwängerte Konzentrate.

In der Fachwelt steht das Weingut Oliver Zeter mit dem trinkenden Bären auf dem Etikett längst auch ganz weit oben. Bei „Eichelmann“ mit vier und bei „Vinum“ mit 3,5 von fünf Sternen wird es zu den besten deutschen Betrieben gezählt. Zahlreiche Preise und hohe Bewertungen von einzelnen Weinen sind Zeugnisse eines rasanten Aufstiegs, den wir nun fast von der ersten Stunde an begleiten dürfen. Das erlebnisreiche Ergebnis: ausgezeichnete, bärenstarke Weine.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert