Ökonomierat Rebholz

Familie Rebholz kennen wir nun auch schon 20 Jahre. Unser erster Kontakt: 2001. Der Weinanbau und Weinausbau wird seinerzeit noch ganz konventionell betrieben. Die Kinder sind tatsächlich noch Kinder, die Qualität der Weine im pfälzischen Siebeldingen ist auch damals schon herausragend. Im Vergleich zu Produkten der meisten anderen Weinproduzenten in Deutschland. Heute, 20 Jahre später: „Die „Kinder“ sind in die Betriebsführung integriert: Hans, Helene und Valentin. Der Betrieb ist bio-zertifiziert, alle arbeiten seit 2015 nach biodynamischen Vorgaben. Ökonomierat Rebholz zählt längst zu den höchst bewerteten deutschen Spitzenbetrieben. Auch international. Wie doch die Zeit vergeht.

Auch ohne seine Bio-Zertifizierung zählt Ökonomierat Rebholz schon früh zu den „anders arbeitenden“ Weingütern. Für das grundsätzliche Ausrichten den Weg zu bestreiten, ist bereits Eduard Rebholz in den 1950ern die treibende Kraft. Der Ökonomierat und Urgroßvater von Hans und Valentin, die sich gerade auf den Weg machen, das Weingut in die nächste Generation zu führen, ist wegweisend. Die Weine sind schon immer weitgehendst naturbelassen. Während andere es in den Weinbergen (noch) nicht so genau nahmen, um dann mit Hilfe von Kellertechnik, durch Aufzuckern oder Zufügen von Süßreserven Weine zu kreieren, die dem damaligen, allgemeinen Zeitgeist entsprechen, wird bei den Rebholz’ längst durchgegoren. Und es wird unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten die Weinbergsarbeit dahingehend perfektioniert, dass ein übermäßiges Eingreifen im Keller nicht nötig ist. Diese Denkweise zieht sich durch und verbunden mit der stetig hinzugewonnenen Erfahrung produzieren sie heute in dem uralten Weindorf neben vielen anderen Hochkarätern Weinmonumente mit Weltruf. Wie beispielsweise „Das Große Gewächs aus dem Kastanienbusch“.

Das Weingut ist im Lauf der Zeit gewachsen – auch zur KG, also zu einer Kommanditgesellschaft. Der Zukauf von Parzellen in den Großen Lagen wie „Kastanienbusch“, „Sonnenschein“ oder „Ganshorn“ ermöglicht das beeindruckend hohe Gesamtniveau aller Rebholz-Weine. So kommen beispielsweise die Ortsweine, die nach den Bodenformationen wie „Rotliegendes“, „Muschelkalk“ oder „Buntsandstein“ benannt sind, allesamt aus den selben Großen Lagen, wie die den jeweiligen Ortsweinen entsprechenden Großen Gewächse. Das schmeckt man.

Heute umfasst die Rebfläche zum Gutsgebäude aus dem 16. Jahrhundert 26 Hektar. Dieses ist seit mindestens 1632 im rebholzschen Familienbesitz. Jedoch seit drei Generationen konzentrieren sie sich in ihrem verwinkelten Hofgut an der Weinstraße ganz und gar auf den Weinbau. Seit Mitte der 90er Jahre führen Hansjörg und Birgit Rebholz das Weingut seiner Eltern Hans und Christine weiter.

Bei Ökonomierat Rebholz entstehen Weine, die ihre unterschiedliche Herkunft deutlich zeigen. Allen gemeinsam ist jedoch die Feinheit und Eleganz, mit der sie die jeweilige Komplexität der Einzellagen und Bodeneigenschaften im Glas präsentieren. Aber Weingenießer*innen brauchen etwas Geduld, um das volle Potenzial dieser Weine zu erkunden. Jung getrunken, zeigen sie sich frisch und schlank, in der Aromenvielfalt etwas reduzierter, um dann Jahr für Jahr zuzulegen, bis sie ihre volle Pracht entfalten. Oft liest und hört man zu den Weinen „Typisch Rebholz“. Und ja, dass sind sie, Weine vom „Typ Rebholz“.

Ökonomierat Rebholz ist als Weingut in allen relevanten Weinführern mit dem Prädikat „Weltklasse“ ausgezeichnet und viele Weine erzielen in ihren einzelnen Klassen Jahr für Jahr Höchstnoten und belegen entsprechend auch die vordersten Plätze.

Das Weingut ist Mitglied im VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter), „Respect-Biodyn“ und bei „Fünf Freunde – Fünf Winzer“.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro „Die Anti-Fehlerteufel“ – Autor: Werner Herkert