Meyer-Näkel

Meyer-Näkel
Meyer-Näkel
Meyer-Näkel

Die Flutkatastrophe im Ahrtal. Ein unglaubliches Drama, ein unfassbares Schreckensszenario. Menschlich eine Tragödie. Die Struktur der Dörfer und vieler Geschäfte und Firmen großteils zerstört. Manche unwiederbringlich. Auch die beiden Winzerinnen Meike und Dörte Näkel kämpften, kämpfen. Sie beide von den Fluten der Ahr mit- und weggerissen, in der puren Verzweiflung an einen Baum geklammert, sich gerade so retten können. Und viele Stunden in dessen Krone auf Rettung gewartet, stehen sie nach dem buchstäblich nackten Überleben jetzt vor einem wirtschaftlichen Desaster. Vor einem gigantischen Schlamm- und Scherbenhaufen. Die Wassermassen haben ihnen alles genommen. Alles zerstört. Und was sie nicht zerstören konnten, haben sie durch die reißenden Fluten des Ahrtals in den Wellen mitgenommen.

Nun geht es für die Weinbäuerinnen um die nackte Existenz. Ihre Weinberge sind verschont geblieben, aber ihr Gut ist zerstört. Wie nach einem Bombenangriff. Die Weinkeller ein Trümmerfeld, die Anlagen nicht mehr fürs Weinmachen im Herbst tauglich.  Wenn sie überhaupt noch stehen, wo sie standen. Eineinhalb Ernten, gelagert in Fässern und Flaschen, inklusive der Schatzkammer, ein Raub der Fluten. Ein  Drama in vielen Akten und die Zukunft offen, ungewiss und alles andere als hoffnungsvoll. Jede Hilfe ist willkommen. Jede. Auch über unseren Verkauf ihrer Weine – online oder in unserem Geschäft. Weine, die wir noch auf Lager haben. Was danach allerdings ist und kommt: ungewiss.

„Der Name unseres Familienguts geht auf die Heirat unserer Großeltern Paula Meyer und Willibald Näkel im Jahr 1950 zurück“, berichten die Näkels vor Wochen noch mit unüberhör- und unübersehbarem Stolz. Der Opa und die Oma glänzen früh mit dem trockenen Ausbau von Rotweinen. Beide zählen auf diesem Gebiet zu den waschechten Pionieren. Werner und Claudia Näkel führen ihre Arbeit fort, machen aus ihr eine bis heute immer wieder reich prämierte und viel gelobte Familientradition. Beispiel: Der „Blauschiefer“ Spätburgunder, laut „111 Deutsche Weine, die man getrunken haben muss“ von Carsten Henn. Das Weingut Meyer-Näkel: traditionsreich, renommiert, innovativ, preisgekrönt, zudem regional, national und international vernetzt. Seit 200 Jahren in Familienbesitz, längst eines der wahren Spitzenweingüter in Deutschland.

Inzwischen stehen ihre Töchter, Dörte und Meike Näkel, an der Spitze der Winzerei und für deren Zeitgeist. Dazu gehören für die Weinliebhaberinnen und Fachfrauen sowie für ihre Helfer*innen auch nachhaltiger „Agrar- und Umweltschutz“. Was für die Winzerinnen der fünften Generation unter anderem „umweltschonenden Steil- und Steilstlagenanbau“ Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat beinhaltet.

Das Weingut Meyer-Näkel hat seinen Sitz in Dernau und produziert rund 130.000 Flaschen Wein im Jahr. Die besten Lagen: „Dernauer Pfarrwingert“, „Sonnenberg”, „Kräuterberg” und „Ahrweiler Silberberg”. Alle durchzogen mit Schieferverwitterung und teilweise Lösslehm. Hauptrebsorten für die beiden Schwestern und ihre feinsten Tropfen sind der Spät- und Frühburgunder. Zirka 80 Prozent davon entfallen auf die beiden roten Burgunder-Rebsorten. An den steilen Hängen und auf den rheinland-pfälzischen Schieferböden rings um die Gemeinde Dernau gedeihen jedoch auch andere rote und einige weiße Sorten, darunter erlesener Riesling.

Die beiden Frauen haben das Wissen von Generationen weiter ausgebaut. Sehr zur Freude ihres Vater, einst hauptberuflich Gymnasiallehrer und hinsichtlich des in den 80ern neu aufgestellten Weinbaus ein echter Quereinsteiger und Autodidakt, und ihrer Mutter. Selfmademan – so kann man Werner Näkel mit Fug und Recht nennen. Mit seinen anfangs zwei Hektar Rebfläche ging er für die damalige Zeit außergewöhnliche Wege. Lange Maischestandzeiten, der Ausbau der Spätburgunder im Barrique, durchgegorene Weine – ein riskanter Weg. Er hat sich gelohnt. Werner Näkel hat mit die Standards gesetzt, die heute für den Ausbau von Premium-Spätburgundern in Deutschland gelten. Nicht umsonst wird er in der Weinszene als „Rotwein-Zauberer“ bezeichnet. Seine Fähigkeiten waren auch als Flying Winemaker gefragt, daraus resultiert bis heute noch die Beteiligung an einem Weingut in Südafrika.

Hier noch einige Details, die sicher Lust auf mehr machen, auch auf den ausgezeichneten Weißburgunder: Die Ahr-Weinberge umfassen 23 Hektar Rebfläche. Sie sind mit den Sorten Spätburgunder, Frühburgunder, Dornfelder und Riesling bestockt. Zu den Spitzenweinen zählen die in Barrique ausgebauten Spätburgunder „S“ sowie die Großen Gewächse Pfarrwingert, Sonnenberg, Silberberg und Kräuterberg, die alle erst im September des Folgejahrs abgefüllt werden. Eine Besonderheit ist der hell gekelterte „Illusion“ aus Spätburgunder. Auf dem Gut werden auch Edelbrände destilliert.

Das Weingut Meyer-Näkel ist Mitglied beim VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter).

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert