Markus Molitor

Deutsche Spitzenweine – Riesling und Spätburgunder von der Mosel –, dafür steht Markus Molitor mit seinem gleichnamigen Gut in Bernkastel-Wehlen. Der 1964 geborene Winzer hat sich bereits im jungen Alter von 20 Jahren erlesensten Naturweinen verschrieben. Seit Jahrhunderten gehört das Haus Klosterberg inmitten der Wehlener Weinberge zum Familienbesitz. Inzwischen in der achten Generation. Das stattliche Gutsgebäude lässt er 2009 und 2012 umfassend mit modernen und historischen Materialien renovieren. Stimmig, immer zwischen Innovation und Tradition.

Seine Weinberge erstrecken sich mittlerweile über rund 100 Hektar Rebfläche, aufgeteilt in 20 verschiedene Einzellagen. Darunter „Bernkasteler Doctor”, „Erdener Treppchen”, Klostergarten”, Saarburg Rausch”, „Graacher Domprobst”.  Sie sind zum überwiegenden Teil mit Riesling (94 Prozent) bestockt. Plus Spät- und Weißburgunder. Darunter findet sich auch ein wurzelechter bis über 100 Jahre alter Rebbestand in der Sonnenuhr”.

Das Bewirtschaften der bis zu 80 Prozent steilen Weinberge erfolgt durch qualitätssteigernde Maßnahmen wie zum Beispiel ausgewogenem Blatt-Frucht-Verhältnis. Die Böden werden ausschließlich organisch angereichert. Je nach Lage, Parzelle, Pflanzdichte und Jahrgang liegt die Erntemenge bei extrem niedrigen zehn bis 55 Hektoliter Ertrag je Hektar.

„’Molitor-Weine’ werden ausschließlich in den als besonders wertvoll eingestuften Lagen der beiden dunkelsten Rottöne bewirtschaftet“, so der Weinmacher. Und durch ausgesprochen späte und selektive Lese gelangt für ihn nur reifes und gesundes Traubengut in die schonende und traditionelle Korbpresse. Die Geschmacksrichtung der Weine wird durch die Kapselfarbe gekennzeichnet: trocken in weiß, feinherb in graugrün sowie frucht- und edelsüß in gold. Nach dem schonenden Pressen gärt der Most bis ins nächste Frühjahr. Dies erfolgt unter ausschließlichem Verwenden von Naturhefen spontan in den alten Gewölbekellern je nach gewünschtem Weintyp teils im Stahltank, teils im traditionellen Fuderfass. Die Weine reifen mehrere Monate auf der Feinhefe. Die großen Lagenweine werden in großen Holzfässern – 1.000, 2.000 und 3.000 Liter – aus hochwertiger Eiche vergoren und ausgebaut. Auf Schönungsmittel, Enzyme und andere Hilfsmittel wird verzichtet.

Molitors Philosophie: „Jeder einzelne unserer Weine, ganz gleich ob weiß oder rot, ob trocken, feinherb oder fruchtsüß, ob Qualitäts- oder Prädikatswein, spiegelt das Potenzial seiner Lage und seines Jahrgangs wider. Und zwar so individuell, authentisch und ausdrucksvoll wie nur möglich. Das setzt strenge Selektion, präzise Handarbeit und die bewusste Begutachtung jeder einzelnen Beere voraus. Kein Wunder also, dass bei der Ernte die Trauben von erfahrenen Teams in mehreren Durchgängen ausschließlich von Hand gelesen und im Keller weitere Male selektioniert werden.“ Immer unter den wachsamen Augen des Winzermeisters. Denn nur die sorgfältige Trennung aller Reifestufen und die Nachselektion von Einzelbeeren lässt die höchsten Qualitäten entstehen – wie auch die einmalige, über vier Jahrzehnte reichende Serie an Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen.

Das Weingut ist Mitglied bei der „Winzervereinigung Bernkasteler Ring“ – gegründet in Bernkastel-Kues, 1899.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert