Katharina Wechsler

Weingut Wechsler

Wer seinen Wein „Sexy MF Rosé“ oder „Riesling Schweißtröpfchen“ nennt, einen Perlwein „Fräulein Hu“ in verschiedenen Sorten im Sortiment führt, geht keinen üblichen, alltäglichen Winzerweg. Die Geschichte von Katharina Wechsler ist allerdings auch keine übliche, alltägliche, sondern laut „falstaff“-Kritiker*innen eine „tolle Geschichte“ aus Rheinhessen. Dem schließen wir uns unumwunden und sehr gern an. Und auch aus den „Gault&Millau“-Reihen wird sie mit Komplimenten überschüttet. Ihre aktuelle Entwicklung ist für sie nach wie vor beeindruckend. Ihre unverkennbare, gerade Handschrift zeichnet die Winzerin mit großem Talent aus. Ihre Weine aus Westhofen im Landkreis Alzey-Worms besitzen einfach das gewisse Etwas. Sie bergen Neues, Vertrautes und Schönheiten. 

Die Gutsbesitzerin mit Soziologie- und Politikstudium kann auf einen großen Schatz blicken: das Reisen, ihre Reisen. Von der Champagne bis Vietnam. Von Paris über Berlin bis Kopenhagen. Ihr Schatz bis heute: die Summe der Eindrücke, Begegnungen und des Entdeckens zahlreicher Weine begnadeter Kollegen. All das und ihre Neugierde, ihr Respekt vor der Natur, den Jahreszeiten und die Lust am authentischen Weinmachen vereint, spiegelt sich in ihren charakterstarken Kreationen und beachtlicher Bandbreite wider. Dazu gehört auch ihre Liebe zur Scheurebe und zum Silvaner. Müller-Thurgau und Burgundersorten nicht zu vergessen. Der Riesling ist und bleibt jedoch ihr Liebling und damit die am meisten an- und ausgebaute Rebsorte.

Als junge, weitgereiste „Heimkehrerin“, nach für sie sehr begeisternden Winzerlehrjahren bei Klaus-Peter Keller und Gerhard Gutzler, erklimmt sie mit klarem Konzept, neuen, zukunftsweisenden Ideen und dem richtigen Handwerkszeug Jahr für Jahr die Sprossen der Erfolgsleiter in der Gruppe der erlesenen Winzer*innen Deutschlands. Seit der Rückkehr aus Berlin auf ihren Hof, in die elterlichen Weingärten. Gemeinsam mit ihrem Team. bewirtschaftet sie rund 24 Hektar mit Freude und überzeugender Aufbruchstimmung. Mit großem, ansteckendem Spaß an der wiedergefundenen Heimat, die für sie Herkunft bedeutet, und an der über die Großstadtjahre fast vergessenen Frucht: den goldenen und samtroten Beeren und Reben.

2009, vor zwölf Jahren, ist die Winzerei der Eltern noch ein reiner und ausschließlicher Fassweinbetrieb. Katharinas klares Konzept und ihre Idee: Flaschenabfüllung mit „authentischen, echten Weinen mit Trinkfreude“ und neue, eigene Kunden*innen auf der ganzen Welt. Ihre Weine sollen überraschen und polarisieren. Finesse zeigen. All die Ziele: gemeistert. 

Sie, die Ex-TV-Redakteurin aus der Hauptstadt, präsentiert elegante, trinkfreudige Weine, gewachsen auf gesunden Kalkböden in ausgewogener Balance der Weinberge im Wonnegau. Um genau zu sein in den Lagen „Benn“, „Kirchspiel“ oder „Morstein“ um Westhofen. Alles passiert unter ihren fachkundigen Augen im größtmöglichen Einklang mit der Natur, ihren Gesetzen und mit allen Unwägbarkeiten. Alles „ökologisch zertifiziert“. Die Gutsfrau möchte die Prozesse kreativ und handwerklich gestalten. Was ist das für sie? „Unheimlich erfüllend.“

Ein großes Ziel hat sie allerdings noch nicht erreicht, es jedoch glasklar im Blick. Sie wird mit den Jahren das gesamte Gut auf biodynamischen Anbau umstellen. Zudem möchte sie mit ihrem Wein berühren, noch präziser werden, sagt sie. Wir werden sie auf ihren Wegen begleiten und im Rahmen unserer Möglichkeiten sehr gern auch unterstützen. Noch ein schöner Schluss aus Katharinas Feder: „Veränderung als Konstante, aber immer mein Wein. … Der Riesling ist die Konstante – hier schmeckt er nach Westhofen.“ Nach seiner Herkunft, nach ihrer Heimat.

Unsere besondere Empfehlung: Der Riesling Benn, wegen seiner filigranen Würze und seiner animierenden Mineralität – und weil es einen Benn nur bei Katharina gibt.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert