Günther Steinmetz

Als wir Stefan Steinmetz 2013 im idyllischen Winzerörtchen Brauneberg kennenlernen, ist er bei den meisten Weinliebhaber*innen noch vollkommen unbekannt. Sein kleines Weingut mit damals 6,5 Hektar ist am Beginn eines sehr erfolgreichen Werdegangs. Zwar trägt er schon seit 1999 die Hauptverantwortung für das Gut und dessen Wein, geplant ist das so aber nicht. Durch den frühen Tod seines Vaters Günther sind jedoch richtungsweisende Entscheidungen zu treffen. Es geht um nichts Geringeres als um die Existenz der eigenen Familie und um die des Weinguts – Tradition(en) seit 1900.

Steinmetz nimmt die Herausforderung an, das Weingut, gemeinsam mit seiner Mutter, die 2019 verstorben ist, mit gerade 21 Lenzen, weiterzuführen. Was folgt, sind schwierige Jahre, in denen der junge Winzer sich die Erfahrungen „erarbeiten“ muss, welche normalerweise im Lauf der Jahre von der älteren an die jüngere Generation weitergereicht werden. Doch Stefan geht und macht seinen Weg. Mit seinem Jahrgang 2009 setzt er eine erste Duftmarke. Seither geht es Stück für Stück voran, nach oben. Für ihn, wie er sagt und schreibt, ist sein Weinbau an der Mittelmosel eng mit dem Respekt vor Traditionen verbunden. Anders formuliert: Auf seinem Gut werden große Weine, echte Individualisten, gemacht. Heute gemeinsam mit Sammie Steinmetz, die sagt: „Große Weinherstellung braucht Liebe und Aufmerksamkeit.“

Auf dem Weingut Günther Steinmetz mit seinen zwölf Hektar Schiefersteillagen werden  im Jahr zwischen 50.000 und 60.000 Flaschen abgefüllt. Die dazu erworbenen Lagen erstrecken sich mittlerweile über mehrere Ortschaften an der Mittelmosel, von Neumagen bis Mülheim. Das Spektrum erstreckt sich dabei über zehn Einzellagen. Darunter finden sich so renommierte Weinberge wie die Brauneberger Juffer oder das Piesporter Goldtröpfchen, aber auch Lagen in Nebentälern wie Drohner Hofberg, Veldenzer Sonnenberg und Mülheimer Sonnenlay. Die unterschiedlichen Bodenformationen und Expositionen der einzelnen Weinberglagen ermöglichen es auf dem Weingut eine Vielzahl unterschiedlicher Weintypen zu keltern, die alle durch ihren jeweiligen, sehr eigenständigen Charakter glänzen. Die Hauptrebsorte ist der Riesling. Steinmetz bespielt jedoch verschiedene Terrains. So finden sich neben seinem Pinot Noir, dem großartigen Dornfelder oder seinem feinen Schwarzriesling experimentelle Tropfen wie Naturals oder auch maischevergorene Weißweine im Sortiment.

Das Weingut Günther Steinmetz besitzt keine Bio-Zertifizierung. Dennoch wird sich voll und ganz dem nachhaltigen und naturnahen Weinbau verschrieben. Alle Trauben werden beispielsweise von Hand geerntet und sortiert. Neben der entsprechenden Arbeit im Weinberg heißt das für die Arbeit im Keller, auf jeglichen Einsatz von Zusatzstoffen zu verzichten. Es werden keinerlei Enzyme, Schönungsmittel oder ähnliches verwendet. Sämtlich Steinmetz-Weine werden ausschließlich mit den natürlichen Hefen aus dem Weinberg vergoren. Das braucht Zeit: bei der Entstehung und bei ihrer Entwicklung in der Flasche. Auch, wenn die meisten Weine jung gut trinkbar sind und Spaß machen, so zeigen sie doch erst im Lauf der Jahre, was wirklich in ihnen steckt.

Wer über einen so langen Zeitraum so kontinuierlich arbeitet und seine große Vision weiterentwickelt, wird irgendwann dafür belohnt. Aus dem kleinen Weingut, das bis vor einigen Jahren nur eingefleischten Weinfreunden ein Begriff war, hat sich ein Betrieb gemausert, der von vielen Machern der relevanten nationalen und internationalen Weinführern hoch gelobt wird. „Vinum“ zum Beispiel beschenkt Steinmetz mit vier Sternen. Das bedeutet „Deutsche Spitze mit internationalem Renommee“. Als „Hervorragendes Weingut 2021“ steht Steinmetz im „Eichelmann“. Auch wir von „Deutsche Weine“ sind der Meinung: absolut verdient. Und wir freuen uns mit Stefan über seinen anhaltenden Erfolg – über seinen wunderbaren Riesling und meisterlichen weißen und roten Burgunder aus seinen Steillagen an der Mosel.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro „Die Anti-Fehlerteufel“ – Autor: Werner Herkert