Fußer

Weingut Martin & Georg Fußer

Die Fußers: zwei Brüder. Georg und Martin. Zwei Winzer mit Leib und Seele. Mit Herzblut und Sinn für Natur und Umwelt. Zwei „Ökos“. Zwei studierte Weinkoryphäen, mitten in der Pfalz. Aus Niederkirchen in der Verbandsgemeinde Deidesheim, Landkreis Bad Dürkheim. Sie arbeiten klassisch Hand in Hand und treffen alle wesentlichen Entscheidungen gemeinsam. Vom Fokus auf ihren Anbau von Riesling und Spätburgunder, ihrer Guts-, Orts- und Lagenweine, bis zu den naturverbundenen Wegen vom Weinberg über die Presse, in den Keller und am Ende in die Flaschen und Kehlen.

2006 treffen die beiden Brüder noch während ihres Önologie-Studiums in Geisenheim ihre wohl bisher wichtigsten und weitreichendsten Entscheidungen. Sie beschließen den Betrieb der Großeltern und Eltern zu übernehmen und diesen ganz behutsam nach ihren ganz ureigenen Vorstellungen umzuwandeln. Sie gliedern einzelne Weinberge aus, gründen ihr eigenes Weingut, welches ihren Namen trägt: Fußer.

2007 vinifizieren die Männer ihren allerersten Jahrgang. Damals noch in Omas Scheune. Und nicht ökologisch. Der absolute Dominator unter all ihren Rebstöcken jedoch schon damals: der Riesling. Ihr Erfolgsrezept: Jeder der Brüder bringt seine persönlichen Stärken entsprechend seiner Interessen ein. 

2011 dann ihr Sinneswandel: Das Umstellen des gesamten Betriebs auf ökologischen Weinbau und das Erweitern der bisherigen Rebstockfläche auf nun fünf Hektar. Ihre gemeinsame Philosophie: Biodynamie, Handlese, schonendes Verarbeiten der Trauben, spontane Gärung und langer Ausbau. Ihr Ergebnis: ausdrucksstarke, oft und immer wieder prämierte Weine.

2012 neben der neuen Art des An- und Ausbaus entscheidet sich das Brüderpaar für eine herkunftsbezogene Klassifikation, also die Guts-, Orts- und Lagenweine. Ein Jahr später folgt der Umzug der Kellerei, raus aus Omas Scheune, rein in die Gerätehalle. Plus mehr Land. Die Anbaufläche für die Reben wird auf neun Hektar ausgeweitet.

2015 wird die eigene Rebfläche auf zwölf Hektar vergrößert und das erste „Pfälzer Halbstückfass“ aus Eiche gekauft. Es fasst 600 Liter und wird traditionell an der Mosel, im Rheingau, in der Pfalz und Rheinhessen eingesetzt und verwendet. Ein „Stückfass“ beinhaltet logischerweise 1.200 und ein „Doppelstückfass“ dann 2.400 Liter Wein.

2017 übernehmen die Brüder auch die Weinberge ihrer Eltern. Nachdem ihr Vater das Rentenalter erreicht hat. Auch sie werden seither biologisch bewirtschaftet. Im Jahr darauf folgt die Aufnahme des Pfälzer Weinguts in den österreichischen Verein, die Winzervereinigung „Respect-Biodyn“.

Ganz klein angefangen, erstreckt sich ihr Pfälzer Himmelreich der Reben inzwischen auf 16 Hektar. Und überall bleiben die brüderlichen Top-Öko-Winzer ihren sich selbst auferlegten biologisch-dynamischen Richtlinien treu. Doch weshalb ihre Konzentration auf die zwei Rebsorten Riesling und Spätburgunder, nachdem anfangs, 2006 und 2007, noch sieben Sorten anstanden? „Diese passen ausgezeichnet zu uns und unserer Heimat, der Region um Deidesheim“, sagen die Fußers. „Hinzu kommt, dass beide Rebsorten ein breites Repertoire an Weintypen haben, von einem leichten, unkomplizierten Trinkwein bis hin zur komplexen, lagengeprägten Spitze, ist alles möglich.“ Zu ihren ausgewählten Rebstöcken zählen, wenn auch in recht kleiner Zahl, jedoch auch Sauvignon Blanc, Weißburgunder und Muskateller.

Noch ein kurzer Blick auf die Lagenweine der Fußers – unterteilt in „Erste Lage“ und „Große Lage“. Lassen wir die Brüder zu ihrer „Ersten Lage“ selbst sprechen: „’Paradiesgarten’ und ‘Leinhöhle’ zeigen wie kühle und warme Lagen den Riesling in Deidesheim prägen, hinzu kommt unser ‘Musenhang’ in Forst. Beim Spätburgunder sind ‘Herrgottsacker’ und ‘Mäushöhle’ spannende Gegensätze.“ Zur nächsten, höchsten Stufe: „Die Spitze unseres Sortiments bilden die ‘Großen Lagen’: Im ‘Reiterpfad’ in Ruppertsberg finden sie unsere Identität und DNA. Dort können wir in der Gewanne ‘Achtmorgen’ aus unterschiedlichen Weinbergen die besten Trauben selektieren. Unser ‘Saumagen’ in Kallstadt zeigt durch das einzigartige Terroir aus Kalkgeröll, wie sehr die Bodenart und der Standort unsere Rieslinge prägen.“

Das Weingut Fußer ist Mitglied in der österreichischen Winzervereinigung „Respect-Biodyn“.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert