Friedrich Becker

Es gab den Künstler und Goldschmied Friedrich Becker und es gibt den Winzer Friedrich Becker. Letztlich zwei vollkommen unterschiedliche Personen. Allerdings ist der Winzer Friedrich Becker ebenfalls ein Künstler. Ein sehr angesagter, nicht nur an und in der Südlichen Weinstraße. Ein Weinkünstler aus der Pfalz der alten Schule und oberen Güteklasse. Einer mit echter Familientradition, neuen, innovativen Ideen und auch einer gehörigen Portion Humor, die sich ganz offenbar vererbt. Wie sonst ist es zu erklären, dass er – inzwischen stolzer Opa –, sein Sohn und auch sein Enkel alle „Fritz“ heißen?! Oder wie sie sich nennen: „Der alte, der kleine Fritz und Friedrich III.“

1973 wird auf dem Weingut in der Hauptstraße 29 in Schweigen-Rechtenbach dank der gesamten Familie das Selbstvermarkten gestartet. „Der alte Fritz“ führt bis heute die Geschäfte. Jedoch längst eng an seiner Seite: Sohn Friedrich Wilhelm. Und an der Seite der Beckers stehen wiederum, wie sie sagen, „der unverzichtbare Alleskönner“ Gerard Paul, und dessen „rechte Hand“ Robert Hortien. Nicht zu vergessen die angehenden Winzermeister Maximilian Lutz, Markus Bauer sowie „ihr Spanier“ Joaquin und die beiden guten Seelen: Ruth Thome und Stephanie Fuller. Sie alle stehen für „den“ Becker-Wein.

Weingut des Jahres 2020/2021“, das Prädikat erhalten die Beckers durch die Macher von „Vinum“. Fünf Sterne verleihen die „falstaff“-Kritiker den Südpfälzern. Und beim „Feinschmecker“ sowie bei „Top 100 Wines of 2020“ kommen sie auch nicht ohne Prämierung weg. Die Liste ihrer Auszeichnungen über die Jahre: lang und sehenswert.

Zirka 25 Hektar inmitten des Schweigener Berglands, geschützt vor Wind und Wetter, am „Sonnenberg“ sind die beste Basis für ihre Rotweine: Spätburgunder, Portugieser, Schwarzriesling oder Merlot. Der Hauptanteil der Rebflächen befindet sich jedoch auf den Parzellen „Kammerberg“, „Sankt Paul“ und „Wormberg“ und somit schon auf der Gemarkung von Wissembourg, also im Elsass. Hier gedeihen die hochwertigsten Pinot Noir und Weißweinreben für Genießer*innen von Riesling, Chardonnay, Auxerrois, Gewürztraminer, Grau- und Weißburgunder bis Silvaner.

Den Schädlingen an den Rebstöcken umweltschonende zu begegnen, gehört für die Beckers und ihre Mannschaft schon lange zur Philosophie. Sie setzen darum zum Beispiel Florfliegen, Marienkäfer und Raubmilben aus und ein. 

Wir tun, was wir können“, versichern die Weinmacher, „um lebendige, ihre Frucht betonende Weißweine zu erzeugen.“ Der Ertrag im Weinberg wird bewusst reduziert. Gepresst werden nur beste, hochreife Trauben. „Wir wissen, dass wir mit den Beeren bereits die künftigen Weinpersönlichkeiten in Händen halten“, so die Experten weiter. „Es ist unsere Aufgabe, ihre guten Anlagen richtig zu interpretieren und sie ganz individuell auszubauen.“ Die Weine werden nach Sorte und Lage getrennt in Eichenfässern oder in Edelstahltanks ausgebaut. Die Rotweine werden in offener Maischegärung vergoren. In französischen Barriques kommen die besonders gehaltreichen Weiß- und Rotweine zum Ausbau. Sekte und Edelbrände produzieren die Beckers flaschenvergoren.

Nochmals zur hauseigenen Philosophie: „Wir wollen aus unserer guten Lage und den herausragenden Bedingungen des Terroir das denkbar Beste machen.“ Der Geschäftsführer, „der alte Fritz, weiter: „Wir versuchen schon deshalb, den wertvollen Naturgegebenheiten gerecht zu werden und etwas besonders Gutes daraus zu machen.“

Das Weingut ist Mitglied beim VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter), bei den Vereinigungen „Generation Riesling“ sowie „Fünf Winzer, fünf Freunde aus der Südpfalz“ – diese feiern in diesem Jahr, 2021, im Übrigen ihren 30. Geburtstag. 

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert