Frank John – Hirschhorner Weinkontor

Frank John
Frank John
Frank John

Wer Hirschhorner Hof sagt, sagt oder denkt sofort auch an Frank John und dessen Weine. Beides gehört nicht nur in und um Neustadt an der Weinstraße unzertrennlich zusammen. Lange, traditionelle Weinbaukultur verschmelzen hier in der Südpfalz mit umweltschonenden Methoden. Oder wie der Gutsherr respektvoll und mit Stolz sagt: „Große Weine alter Schule.“ John gilt als einer der Vorreiter des biodynamischen Weinbaus. Für ihn in Königsbach, einem Ortsteil und kleinem Winzerdorf auf der Waldgemarkung von Neustadt, heißt das, unter anderem: „Nur das beste und handverlesene Lesegut bis hin zu viel Geduld ergeben unsere großartigen Gewächse.“

2006 erfährt die Winzerfamilie die „Naturland“-Weihe. Seit 2012 freuen sich Frank John und seine Mannschaft über das „demeter“-Siegel. Am Rand des Pfälzer Walds, auf rund 555 Meter Meereshöhe gelegenen Hügeln, wachsen rings um die Gimmeldinger Lagen die dafür als Ausgangspunkt benötigten Rebstöcke auf mit Buntsand- und Kalkstein vermischten Böden. Für die Johns, für den ehemaligen Kellermeister von Reichsrat von Buhl, kommen dank drei Hektar pro Saison zirka 20.000 Flaschen aus dem erlesenen Keller. Der Ertrag liegt durchschnittlich bei 45 Hektoliter je Hektar.

Zu einem wahren Wein- und Sektdomizil wird der einstige Zehnthof samt Schaffney durch den Kauf durch Frank und Gerlinde John im Jahr 2002. Als Schaffney wird ein vom Deutschritterorden erbautes und als Verwaltungsgebäude genutztes Bauwerk bezeichnet. Oder auch als Kornhaus wie Kornhauskeller benutzt. Sie machen aus den rund 400 Jahre alten Gemäuern aus der Renaissance ihr neues Heim, Familiengut und ihre Weinkellerei.

Das Paar und seine beiden Kinder Dorothea und Sebastian produzieren seit 2003 nur zwei Weine und aktuell drei verschiedenen Sekte aus zwei Rebsorten: Riesling und Spätburgunder. 2020 wurde die erste terrassierte Parzelle mit Chardonnay gepflanzt. Es gilt das Motto „Klasse statt Masse“. Und das im französischen Stil. Hinzu kommt der Ausbau der Weine rein in Holz im restaurierten Kreuzgewölbekeller aus dem 17. Jahrhundert. Ihre Rieslinge reifen, zum Beispiel, auf der Feinhefe – lange, sehr lange. Nach kurzen Maischestandzeiten. Nach langen Presszeiten und der Spontangärung in 1.200- und 2.400-Liter-Fässern. Die Flaschenreife und am Ende hochwertige Korken runden die hochklassige Produktion – auch die der charakteristischen mineralischen Rieslinge – auf dem Hirschhorner Hof ab. Ihr köstlicher Pinot Noir stammt im Übrigen von Trauben an Rebstöcken, die gezielt auf Böden mit hohem Kalksteinanteil gedeihen. Dieser wird in offen Gärbottichen auf der Maische vergoren, klassische „Pigeage“, danach erfolgt der biologische Säureabbau. Frank John: „Wir geben dem Pinot für Ausbau und Reife in 225-Liter- und 500-Liter-Fässern bis zu zwei Jahren Zeit. Erst dann wird er unfiltriert gefüllt. So entsteht ein klarer, würziger, facettenreicher Pinot Noir mit Tiefe.“

„Inspiriert durch die Arbeit mit traditionellen Ausbaumethoden und Verarbeitungstechniken gelingt es uns, elegante und finessenreiche Weine herzustellen“, so die Philosophie der Johns. „Diese vereinen Ausgewogenheit, Spiel mit Mineralität, Kraft und Fülle. Hierzu ist es unabdingbar, dass nur bestes, handverlesenes Traubengut aus biologisch-dynamischem Anbau Verwendung findet. Oft bedarf es dazu mehrmaliger Lesevorgänge. Minimalistische Arbeit im Keller und langer Ausbau in Holzfässern lassen herausragende und ausgewogene Weine mit großem Reifepotenzial entstehen.“

Die Johns denken jedoch nicht nur an Wein, an ihren eigenen Wein. Sie sind zudem Förderer der „Slow Food“-Bewegung. Schließlich gehört zu einem richtig guten Wein auch ein gutes, schmackhaftes, am besten regionales Essen. Echt „Slow Food“ eben.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert