Braunewell

Weingut Braunewell
Weingut Braunewell

Die meisten Winzer*innen besitzen echten Teamgeist. Sie sind in der Regel überzeugte Mannschaftsspieler*innen. Denn alleine schaffen sie ihre großen Ziele nur schwer, selten oder vielleicht sogar gar nicht. Ihre Spielführerrolle allerdings ist unstrittig. So haben sich auch die Brüder Christian und Stefan Braunewell zusammengetan. Als Winzer-, Sekt- und Kellermeisterduo. Nicht aus der Not heraus, sondern der vielen Arbeit und des gewünschten Erfolgs wegen. Des gemeinsamen Erfolgs wegen. Ein weiser Entschluss mit großartigen Ergebnissen, abgefüllt in Flaschen, Saison für Saison auf ihrem rheinhessischen Gut in Essenheim. Um genau zu sein im dortigen Selztal. Die Gemeinde im Landkreis Mainz-Bingen wirbt übrigens mit dem Slogan: „Essenheim, zwischen Reben gelegen.“

1023, soweit reicht die urkundliche Geschichte von einst Hesinesheim genannt zurück. Bis 1655 reicht die Geschichte ihres Weinguts zurück. In die Zeiten des 30-jährigen Kriegs. François Breiniville, verfolgt von den Hugenotten, findet im Selztal eine neue Heimat. Heute leben vier Generationen unter seinem Dach.

„Wir sind positiv weinverrückt – Heimat, Natur, Handwerk, Nachhaltigkeit, Qualität, Leidenschaft und Ehrgeiz prägen uns und unsere Weine“, sagt Christian Braunewell. Er und sein Bruder Stefan halten die Tradition des Wein- und Sektmachens hoch. Sehr hoch. Und sie probieren sich zugleich auf diesen Feldern allerdings sehr gern auch aus. Wobei beim Sekt die Regel gilt: „Traditionelle Methode und heimische Trauben.“ Ihr nachhaltiger, zukunftsweisender Weinbau ist für sie dafür die unbedingte Basis. Hinzu kommen ihre ökonomische und soziale Haltung. Neben der Ökologie. Beim „Gault&Millau“ werden sie als die „Incredible Braunewell Brothers“ gefeiert. Als die „unglaublichen Braunewell-Brüder“. Das Duo beteuert: „Weine sind unsere Welt, im Selztal sind wir verwurzelt.“ Es ist und bleibt ihre Heimat. Hier herrschen nach ihrer Meinung beste Bedingungen für ihren Wein, dessen Ausbau. Grauer Burgunder steht im Mittelpunkt ihres Schaffens. Der Lieblingswein ihres Opas. Riesling und Spätburgunder folgen ihm, danach kommen Sauvignon Blanc und Chardonnay.

Rund 250.000 Flaschen Wein und Sekt verlassen Jahr für Jahr das Gut Braunewell laut eigenen Angaben. Der Ertrag liegt im Schnitt bei zirka 75 Hektoliter pro Hektar. Die gutseigene Rebflächen belaufen sich auf 28 Hektar und die besten Lagen zwischen Els- und Essenheim heißen „Blume“, „Am Klopp“ und „Teufelspfad“. Oder wie die beiden Winzer zu ihren Lagen sagen: „ihre Schätze“. Deren mineralische Böden: Kalkstein, Kalk- und Tonmergel, Lehm und Löss.

„Unser Ziel ist es, terroirtypische und langlebige Weine aus unseren Weinbergen zu produzieren, zu Ihrem und unserem Genuss“, so die Brüder. In Holzfässern und dank Maischegärung. Das älteste Fass ist 1936 gebaut. Ihr Credo: „Große Weine brauchen Holz.“ Plus Ruhe, Zeit und „Nichtstun“. Und einen tiefen, kühlen, dunklen Keller mit dicken Mauern. In diesem gilt das Minimalprinzip. Die brüderlichen Kellermeister: „Wir begleiten die Qualität des Weins, die aus der Kraft unserer Reben kommt und greifen möglichst nicht ein.“ Das Ergebnis: hochkarätige Weine mit einem Gefühl von Echtheit und Geborgenheit. Ihre Philosophie: „Herkunft ist schmeckbar.“ Ihre charakteristischen Weine sollen faszinieren und polarisieren. 

Um den angesprochenen Teamgeist, dessen Kreis zu schließen, hier zum Ende des Kurzporträts noch ein mehr als passendes Zitat des Brüderpaars: „Hinter jedem Produkt steht eine starke Mannschaft. Hand in Hand, mit viel Liebe zum Detail, geschaffen von Mensch und Natur und geprägt von Leidenschaft, entstehen Weine, die ihr Handwerk und ihre Heimat nicht verleugnen können. … Gut, wenn man ein gutes Team hat!“ Auch darum wird als Inhaber die gesamte Familie aufgeführt. Glückwunsch an die „unglaublichen Braunewell-Brüder“ und an Vater Axel Braunewell sowie ans gesamte Winzerteam.

Unsere Empfehlung: Der Teufelspfad Grauburgunder 14/2. Diese Cuvée machen wir, gemeinsam mit Stefan und Christian, exklusiv für unseren Weinhandel. Grauburgunder aus dem Barrique, unterschiedliche Belegungen, ein Anteil als „Orange“ gekeltert – muss man probiert haben.

Das Weingut ist Mitglied im „Weinsalon Rheinhessen“, bei „Maxime Herkunft Rheinhessen“, „Sektmacher“ und „Fair ‘n Green“.

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert