Bietighöfer

„Bio“ und „nachhaltig“, heute in aller Munde. Für immer mehr Leute echte (Ver-)Kaufsschlager, Wohlfühlfaktoren abseits jedem schlechten Gewissen des Konsums. Nicht so auf dem Weingut Bietighöfer, den hier gehen „Bio“ und „nachhaltig“ seit dem ersten Tag unter dortiger Jungwinzer-Regie zum Alltag. Zum „demeter“-Betrieb und dessen Menschen. Sie sind weder Masche, noch Mode. Sie sind gelebte Philosophie – die von Stefan Bietighöfer. Er definiert Weinbau, seinen Weinbau, um genau zu sein, so: „Rückbesinnen auf alte, traditionelle Werte. Orientieren an den naturgegebenen Rhythmen.“

Unter der Regie Stefan Bietighöfers, dank seiner Handarbeit in sechster Generation, nicht bloß unter seinen wachen Augen oder dank seinem Können und Wissen, entstehen so im südpfälzischen Billigheim-Ingelheim, im Ortsteil Mühlhofen, authentische, echte Bio-Weine – in Ausdruck, Komplexität und in ihrer Tiefe einmalige. Nichts im gesamten Ablauf, vom Stock über die Lese bis zum Keller, passiert ohne diesen Bietighöfer, Überall ist Stefan, Jahrgang 1986, mit seiner innigen Liebe zu Wein, zur Natur und zu purem Genuss, nicht einfach „nur“ bloß dabei oder halt maßgebend. Dieser Mann ist stets mittendrin. Auf ihren etwa 40 Hektar Lössboden – Lehm, Sand und Kalk – für ihre Reben. Insgesamt 16 verschiedene Sorten. Mittendrin mit Leib, Händen, Herz und Seele. Beim Schneiden der Reben bei klirrender Kälte über die Laubarbeiten in glühender, steigender, trockener Sommerhitze bis zum Keltern in modernster Halle.

Seine Denke kurz zusammengefasst: „Erst, wenn man alle Schritte selbst mit ausübt, hinterlässt man eine eindeutige und individuelle Handschrift bei seinen Weinen. Und darauf kommt es uns vor allem an – Individualität.“ Und Stefan weiter: „Die Weine selbst – eigene Köpfe mit Faustschlag. Trotzdem zugänglich, mit reichlich Trinkfluss und dem Einfluss von allerbestem Holz. Interesse? Er beißt nicht!“

Ist den qualifizierten Worten dieses Meisters des Winzerns noch etwas hinzuzufügen? Ja. Wenn auch nicht leicht. Doch um die obigen Worte wie „Er beißt nicht“ (noch) besser zu verstehen, bedarf es der nachfolgenden, der erklärenden Worte.Ein Tiger, hierzulande exponiert im Firmenlogo, mal geschmückt mit einem spitzen Clownshut, mal nicht, mal mit Sprungfedern an jeder Tatze, mal mit Rollschuhen, die die Älteren unter uns noch selbst an hatten, zeugt von großem Selbstvertrauen, ja von großer Tiefgründigkeit. Ein Affe, ebenfalls mit spitzem Hut, scharf bewaffnet und schießwütig auf dessen Rücken lässt jeder noch so grauen und auch bunten Fantasie freien Lauf. Wem sie fehlt oder wer lieber die des Schöpfers, des Winzers lesen möchte, bitteschön: „Der Tiger selbst – feine Ironie! Sein Weinstil: durchdrungen von Mut, guten Ideen, Trinkerfahrung, Wissen und Intuition. Die Lagen mit gesunden, lebendigen Böden in traumhaftem Klima, die Trauben, die Natur um Billigheim-Ingenheim bilden sein Ausgangsmaterial.“

Die Elefanten-Pyramide mit Affe auf den Logen der Réserve-Weine verlocken. Zu gucken, zu staunen und vor allem zu trinken. Denn Inhalt und Verpackung sind einmal mehr stimmig. Ob Chardonnay, „Dark Chocolate“, Grauburgunder, Riesling, … ! Wer jedoch den Tiger samt Skunk – einem vor ihm laufenden Stinktier – auf dem Etikett sehen will, sich sowie Freund*innen überraschen möchte, greift zu den Grande Réserve-Weinen. Das bereits beschriebene Paar – Tiger und Affe – findet sich auf den Sekt- und Secco-Flaschen. Ein Tiger in Frauenschuhen gefällig?! Dann bitte bei den Grande Réserve-Lagen nach der passenden Schuhgröße schauen. Es lohnt sich. Und wie. Nicht nur der Burgunder – weiß und rot. Alles „Bio“, ganz ohne „oder was?“. Das Weingut ist ein zertifizierter, sehr erfolgreicher „demeter“-Weinbaubetrieb.

Unsere besondere Empfehlung: Der Chardonnay Réserve trocken ist mit seinem dezenten Holzeinsatz ein Allrounder. Passend zu Kurzgebratenem Rind- oder Kalbfleisch, aber auch als Solist ist er durch ein hochwertigen und dennoch unkomplizierter Spaßbringer. 

Copyright, ab 2021: Deutsche Weine & Das Rechtschreib- und Korrekturbüro Die Anti-Fehlerteufel – Autor: Werner Herkert